Heimatsiedlung
Wie wollen die Menschen der Moderne leben? Mit dieser Frage setzten sich die Architekt*innen des Neuen Frankfurts besonders intensiv auseinander – und setzten mit insgesamt 26 Siedlungen und Großwohnblocks entscheidende Impulse für den Städtebau der klassischen Moderne. Ein besonders schönes Beispiel ist die Heimatsiedlung in Sachsenhausen zwischen Mörfelder Landstraße und Stresemannallee, die ab 1927 entstand und vor allem aus zwei Haustypen besteht. Am Rand schirmen vierstöckige Häuser die Siedlung nach außen hin ab; im Inneren gibt’s mehrere dreistöckige Häuserzeilen mit kleinen Hintergärten. Besonders prägnant sind die vielen verschiedenen Laubbäume, die in der Heimatsiedlung gepflanzt wurden und nach denen auch die Straßen benannt sind: Buchen und Birken etwa, Eichen und Eschen, Kastanien und Linden. Verantwortlich für den Entwurf dieser Siedlung war übrigens der umstrittene Architekt Franz Roeckle (1879-1953). Einige Jahre zuvor war er bereits gefeiert worden für die bekannte Westend-Synagoge in Frankfurt, die er im Jugendstil entworfen hatte. Später wurde er jedoch Mitglied der NSDAP.
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