Großmarkthalle EZB

Berühmtes Bauwerk
Eine Ikone des Neuen Frankfurt: Die gewaltige Großmarkthalle ist ein Rekordbau der 1920er Jahre und heute Teil der EZB.
„Gemiesekirch”, hessisch für „Gemüsekirche” – das war der Spitzname der Großmarkthalle im Ostend. Wo bis 2004 der Obst- und Gemüsegroßhandel für das gesamte Rhein-Main-Gebiet ablief, stellt heute die Europäische Zentralbank (EZB) Weichen für die Finanzwelt. Und auch wenn der gläserne EZB-Tower die Blicke auf sich zieht: Die Halle nebenan ist eine Architektur-Ikone der Klassischen Moderne. Ihr Bau genoss als Chefsache absolute Priorität. Der Entwurf stammt von Frankfurts Stadtbaudirektor Martin Elsässer (1884-1957), einem der Koordinatoren des Programms Neues Frankfurt, das der Stadt zu 15.000 neuen Wohnungen, Industriebauten, Schulen und Kirchen verhalf. Teuerstes Einzelprojekt: die Großmarkthalle, die Elsässer als Komplex anlegte. Zwei achtgeschossige Kopfbauten rahmen die 200 Meter lange und 50 Meter breite Halle ein – bei der Einweihung 1928 gab es weltweit keinen größeren stützenfrei überspannten Eisenbetonbau.
Heute beherbergt die Halle die Lobby der EZB, außerdem Ausstellungsräume, Besucherzentrum, eine Caféteria und Konferenzräume. Auch ein düsteres Kapitel der Vergangenheit wurde nicht ausgespart: Eine Gedächtnisstätte erinnert mit berührenden Zitaten von Zeitzeug*innen an die Zeit zwischen 1941 und 1945, als jüdische Bürger*innen in den Kellern der Großmarkthalle eingesperrt und von hier in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Gut zu wissen

Organisation

Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt am Main

Lizenz (Stammdaten)

Lizenz: Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen

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